Sexyloops Hot Torpedo #6

Der letzte Beitrag ist nun schon ein paar Wochen her, somit dachte ich mir, es ist mal wieder Zeit für einen Erfahrungsbericht. Ich habe mir vor einiger Zeit eine neue Rute gegönnt und hatte recht hohe Erwartungen an dieses neue Gerät. Die meisten „Reviews“, die man im Internet findet stammen von Leuten aus der Werferszene rund um Paul Arden und sein wirklich empfehlenswertes Forum. Genau diese Zugehörigkeit sowie die daraus möglicherweise folgende Befangenheit oder freundschaftliche Unterstützung rechtfertigen eine Betrachtung von jemandem, der nicht Teil der Sexyloops-Gemeinschaft ist. Ich lese dort zwar viel mit, habe aber selber keinen Zugang.

Besonderheit der Rute

Die Rutenserie wurde von einem der bekanntesten Werfer entwickelt und die Prototypen von verschiedensten Werfern der Spitzenklasse getestet. Die Rückmeldungen flossen anschließend in den weiteren Enstehungsprozess ein. Es handelt sich um eine Rute, die von exzellenten Werfern gerne genutzt wird. Beim Comeptition Casting werfen tatsächlich nicht wenige Leute mit den Ruten von Sexyloops.

Den Namen der Rute hat sich Paul jedoch ganz sicher zusammen mit ein paar besoffenen Kumpels am Lagerfeuer überlegt, naja – das ist natürlich reine Spekulation.

Der erste Kontakt zu Paul

Angefixt durch die Lobpreisungen über die Leistung und Verarbeitung musste ich dieses Stöckchen ganz einfach besitzen und so schrieb ich Paul eine entsprechende Anfrage.

In einem recht langen Emailverkehr hat mir Paul alle Einzelheiten eines möglichen Aufbaus erklärt und z.B. über die Vor- und Nachteile verschiedener Beringungen, Lackierungen, Ringwicklungen, etc. aufgeklärt. Ich muß zugeben, mir war im Vorfeld nicht klar, auf was man alles achten kann bzw. sollte.

Paul bietet zu jeder verkauften Rute zudem eine Zoomsession an, in der er sich den Wurfstil des Kunden anschaut und Verbesserungstips gibt. Ich bin mir sicher, er findet bei Jedem etwas, das es wert ist zu verbessern.

Fazit: Die vorhergehende Beratung ist wirklich top!

Die Rute kommt zu mir

Netterweise fand Paul einen Weg, mir die Rute aus einem EU-Inland zukommen zu lassen. Zusammen mit einer witzigen Geste (wird nicht verraten) kam die Rute sehr gut verpackt bei mir an.

Mein Eindruck

Kommen wir zum eigentlich interessanten Punkt. Wie gut ist denn nun die Rute? Hier gibt es für mich eindeutig Pro- und Kontrapunkte. Zunächst mal die positiven Eindrücke. Die Rute wirkt zunächst mal etwas schwerer als andere Ruten der Klasse #6, das liegt vor allem daran, daß sie kopflastiger ist. Der Grund dürfte im Aufbau begründet sein, so hat die Rute zwar eine feine Spitze, wird nach unten hin aber schnell sehr kräftig. Werferisch hat das tatsächlich einige Vorzüge, so lassen sich dank der feinen Spitze Schnüre schon bei wenig Länge außerhalb des Spitzenrings sehr gut beschleunigen. Bei größeren Schnurlängen hat die Rute dennoch Reserven, die man eher bei einer #7 oder sogar #8 erwarten würde. Ich nutze die Rute mit der Guideline Experience #5 und mit der Scientific Anglers Mastery Competition Distance #6. Beide Schnüre passen hervorragend zur Rute und lassen sich auf allen Distanzen sehr gut werfen (wobei das natürlich Geschmacksache ist). Ich bin kein Korkexperte aber der Griff wirkt durchaus wertig, vergleichbar mit anderen Premiumruten. Aufgrund der Kopflastigkeit tendiere ich dazu eine schwerere Rolle zu verwenden, bei mir stellte sich bei etwa 190g Rollengewicht ein gutes Balancegefühl ein.

Was mir an der Rute nicht so gut gefällt sind allerdings die Lackierung und die Schnittkannten der einzelnen Segmente. Vielleicht ist das Jammern auf hohem Niveau aber andere Hersteller bekommen das einfach besser hin. Hierzu zeige ich am Besten einfach mal ein paar Bilder.

Nachtrag (Aug. 2022): Die Lackierung hat sich mittlerweile als ziemlicher Mist erwiesen. Die Lackoberfläche ist derart weich, daß die Fliegenschnur ziemlich schnell tiefe Riefen in den Lack geschnitten hat. Das passiert zwar auch bei anderen Rutenherstellern aber bei Weitem nicht in dieser Geschwindigkeit. Hier sind mir die Riefen bereits nach etwa 20 Stunden Nutzung aufgefallen. Seitdem bin ich ehrlich gesagt nur noch genervt und nutze die Rute nicht mehr so oft.

Fazit: Note (Performance 1 / Verarbeitung 4-)

Alles in allem scheint mir der Fokus auf Performance gelegt zu sein, diese ist auch über jeden Zweifel erhaben, das Teil macht wirklich Spaß. Auch die vorhergehende Beratung durch Paul war zum einen sehr lehrreich und war alles in allem als durchweg sehr gut zu beurteilen. Lediglich bei der Verarbeitung hätte man sich mehr Mühe geben müssen.

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