Fliegenfischen in Montenegro

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Fliegenfischen auf dem Balkan wird zunehmend populärer. Neben den etablierten Zielen wie Slowenien und Kroatien, rücken nun auch immer mehr Ziele auf dem Westbalkan in den Fokus der Fliegenfischer. Zum Westbalkan zählen u.a. Bosnien, Serbien und Montenegro. Die Vorzüge liegen auf der Hand. Zum einen findet man noch nahezu unverbaute Flüsse, natürliche Fischbestände und eine unberührte Natur. Zum anderen bekommt man die Möglichkeit in Rufweite zu Westeuropa, noch echtes Abenteuerfeeling zu erleben und das Ganze zu sehr humanen Preisen.

Während des letzten Sommers hatte ich mal wieder die Möglichkeit gehabt, in Montenegro die Rute zu schwingen. Gefischt wurde in der Region Mojkovac. Hier stehen die bekannteren Flüsse Tara und Lim zur Verfügung sowie viele kleinere Zuflüsse. Bekannte Flüsse In der Region sind Tara und Lim, deren viele kleinere Zuflüsse eine nicht unbedingt weniger spannende Fischerei erlauben. Zudem gibt einige Bergseen, die befischt werden können. Zielfische sind hier Äsche, Forelle und Huchen. Besonders zu erwähnen ist, dass Tara und Lim das südlichste Verbreitungsgebiet des Huchens sind.


Die touristische Nutzung der Gewässer steckt in Montenegro noch in den Kinderschuhen und so gibt es nur wenige ausgewiesene FlyOnly-Strecken. Auf diese habe ich mich allerdings konzentriert, da der Fischbestand dort noch besser ist, als in den offen Strecken. Gefischt habe ich hauptsächlich in der Tara – sowohl mit Nymphen als auch mit Trockenliegen.

Trotz des guten Fischbestands sind die Fische recht heikel. Insgesamt waren extrem kleine Muster erfolgreich. Es kann einen nahezu verrückt machen, wenn man seine ganze Fliegendose durchprobiert, um steigende Äschen für seine Fliege zu begeistern und alle gängigen Muster, die an einheimischen Gewässern funktionieren, versagen. Extrem kleine CDC Fliegen in braun oder schwarz brachten dann zuverlässig Erfolg. Auch größere Äschen konnten sich begeistern. 

Ebenfalls sehr zuverlässig waren recht unscheinbare Nymphen, spärlich gebunden mit relativ hohem Gewicht. Was nicht funktioniert hat waren Nymphen in der Dead Drift präsentiert mit Bissanzeiger. Was funktioniert hat war klassischen CzechNymphing – ehrlicher Weise zu meinem Leidwesen – da ich die bisher recht spöttisch als Stippangeln abgetan hatte. Nun gut… am Ende ist ein Bissanzeiger auch nur eine Pose. Wenn sich der Erfolg einstellt, legt man auch schnell seine Vorurteile ab. Die Tara besitzt viele schnellfliessende Abnschnitte, an der sich diese Methode gut einsetzten lässt. Gerade größer Äschen stehen hier und suchen Deckung im schnellen Wasser. Kormorane gibt es zwar keine aber Huchen und Fischotter sind allgegenwärtig. Wenn man sich ruhig verhält, ist die Chance hoch, einen Otter während der Jagd zu beobachten. Zu befischen sind diese Plätze dann natürlich nicht mehr.

Die Tara ist sehr abwechslungsreich. Tiefe Gumpen, in der jederzeit mit Huchen zu rechnen ist, Rauschen, schnelle Abschnitte, langezogen Rinnen und tote Altarme; alles was ein natürlicher Fluss zu bieten hat.


Neben den bereits erwähnten größeren Flüssen, gibt es auch viele kleine Bäche, die in Tara oder Lim münden. Sie fliessen teils stufenförmig die Gebirgshänge herab und bieten eine spannende Fischerei auf Forellen. Zugegebenermaßen sind hier keine kapitalen Fische zu erwarten, aber mit einer kleinen Bachrute kann man hier eine kurzweilige und spannende Fischerei erleben. Gerade dann wenn es nach Regenfällen, die in den Gebirgen Montenegros auch im Sommer jederzeit möglich sind, kurzeitig nicht möglich ist Tara oder Lim zu befischen.

Montenegro besitzt inzwischen eine eigene und mit Weitsicht agierende Fliegenfischerszene. Hier kann man für überschaubare Kosten eine Guide bekommen, der einen für die ersten Tage begleitet. Dies ist zum einen vorteilhaft, um die Zugänge zum Gewässer und die besten Stellen zu finden und zum anderen, da die Guides vom Montenegrinischen ins Englische übersetzten können. Lassen Sie ruhig in paar Euro bei den Einheimischen. Das durchschnittliche Einkommen liegt in Montenegro unter 600 Euro monatlich.

2 Comments

  1. Aufgrund der Erfahrungen, die Florian in Montenegro gemacht hat, hat er sich dazu entschlossen unter die Stippangler (neudeutsch: czech- oder unter Cosmopoliten auch euro-nympher) zu gehen. Damit das aber niemandem auffällt möchte er die gute alte Stationärrolle durch eine Fliegenrolle ersetzen. Die Fliegenschnur dient fortan als Backing, gefolgt von einigen Metern Monofil. Naja, jeder nach seiner Façon ;-).

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