Eintagsfliegen bestimmen

Wir erleben derzeit einen relativ milden Februar und auch der restliche Winter zählt sicher nicht zu den kältesten der letzten Jahre, was uns gute Chancen liefert bereits zum Saisonbeginn einen ersten Schlupf der Eintagsfliegengattung Baetis zu erleben.

Für das Fliegenfischen reicht es normalerweise aus, einfach ein Muster auszuwählen das den schlüpfenden Insekten optisch irgendwie nahe kommt. Hier in diesem Beitrag soll es aber mal etwas weiter gehen, nämlich um die Bestimmung der Eintagsfliegenfamilie. Dazu möchte ich zunächst ein paar Begriffe klären, nämlich die der Ordnung, der Familie, der Gattung und der Art. Meistens werden nur die beiden letzteren genannt (z.B. baetis rhodani). Ich möchte dennoch mit dem Begriff der Famillie starten, da diese bereits eine grobe Unterteilung liefert und relativ einfach zu bestimmen ist. Ich setzte an dieser Stelle übrigens voraus, daß der Leser bereits eine Eintagsfliege (Ordnung: Ephemeroptera) von einer Fruchtfliege oder Mücke unterscheiden kann.

Mit Hilfe zweier relativ einfach zu erkennender Merkmale lassen sich die Eintagsfliegen bereits grob in die wichtigsten Familien einteilen. Da wäre einmal die Anzahl der Schwanzfäden, also zwei oder drei und zum anderen die Anzahl der Flügel, nämlich zwei oder vier.

Ich gehe bei der Einteilung natürlich davon aus, daß man ein unversehrtes Insekt untersucht, denn es kann durchaus mal einer der Schwanzanhänge verloren gehen.

Anzahl FlügelAnzahl SchwanzanhängeFamilien(Gattung)
22BaetidaeCloeon
23CaenidaeCaenis
42Heptageniidae
Siphlonuridae
Baetidae
weitere
Merkmale
nötig
43Ephemeridae
Ephemerellidae
Leptophlebiidae
weitere
Merkmale
nötig

Die ersten beiden Familien sind offensichtlich nicht sonderlich groß, somit ist mit ihrer Bestimmung auch gleich die Gattung festgelegt. Zur Artbestimmung muß allerdings bei fast allen Eintagsfliegen ein deutlich größerer Aufwand betrieben werden.

Für den Frühling wird an vielen Fließgewässern die Familie der Baetidae (die mit 4 Flügeln) interessant. Wichtig zu beachten ist hierbei die Anzahl der Flügel genau zu untersuchen, da das zweite Flügelpaar sehr klein ausfällt, so daß man die Fliege durchaus versehentlich in die erste Familie der Tabelle einordnen könnte (ich weiß nicht ob die Doppelung evtl. daher rührt).

Nun gibt es in dieser vierflügeligen Baetidae-Familie drei Gattungen, von denen ich heute aber nur auf die Gattung Baetis eingehen möchte.

Eintagsfliege der Gattung Baetis (Wikipedia)

Betrachten wir einmal das obige Bild. Wir erkennen insgesamt vier Flügel sowie zwei Schwanzanhänge, somit kommen für die Fliege zunächst erstmal drei Familien in Frage. Das nächste Unterscheidungsmerkmal sind die Flügel. In der Baetidae-Familie besitzen die Fliegen allesamt kleine Zwischenraumadern und vergleichsweise wenige Queradern. Bei der Gattung Baetis kommen diese Zwischenraumadern zudem immer paarweise vor. Zusätzlich erkennt man, daß die im Bild markierte Längsader (Media) nicht gegabelt ist. Die kleinen Hinterflügel besitzen keine oder nur sehr wenige Längsadern.
Bem.: Die großen Turban-förmigen Augen deuten auf ein Männchen hin.

Neben der Gattung Baetis gibt es noch die Gattung Centroptilum, deren Hauptflügel sehr ähnlich aussehen. Jedoch fallen bei ihr die Zwischenraumadern nur einfach aus und die wirklich „sehr“ kleinen Hinterflügel ähneln einer kleinen Haifischflosse mit zwei Längsadern. Die dritte Gattung Cloeon besitzt keine Hinterflügel.

Zusammengefasst kann man sagen: Zwei Flügel (oder vier, von denen man zwei kaum sieht) sowie zwei Schwanzanhänge und man hat es mit der Familie der Baetidae zu tun.

Ich beschäftige mich übrigens erst seit kurzem mit der Insektenvielfalt des Lebensraumes Wasser und schreibe hier sozusagen meine eigene Zusammenfassung der Inhalte, von denen ich hoffe sie verstanden zu haben. Ich kann aber nicht ausschließen, daß mir dabei noch Fehler unterlaufen. Ich werde dennoch versuchen, hieraus eine kleine Reihe zu machen und nach und nach meine Recherchen hier zu veröffentlichen bzw. bei Bedarf Beiträge zu korrigieren. Über Kommentare, Ergänzungen, etc. würde ich mich also sehr freuen.

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